Polizeipräsidium Oberhausen

 

Polizeipräsidium Oberhausen

Friedensplatz

Backstein-Expressionismus

Peter Behrens gestaltet 1920 die Hauptverwaltung III und das Lagerhaus der Gutehoffnunghütte (GHH). Bruno Möhring entwirft für den gleichen Auftraggeber die Manager-Siedlung Grafenbusch und verschiedene Werkssiedlungen. Ludwig Freitag, inzwischen unter der Fürsprache von Oberbürgermeister Otto Havenstein zum Stadtbaumeister Oberhausens ernannt, realisiert beinahe im Jahresrhythmus Gebäude, die bis heute das Stadtbild Oberhausens prägen: 1922 konzipiert der damals 34-jährige Architekt die Berufsschule; es folgen Entwürfe für die Reichsbank (1923), das Polizeipräsidium (1924/26), das Arbeitsamt (1929/30). Alle Gebäude nutzen den Backstein als zentrales Element und vereinen die gestalterische Klarheit der Moderne mit Einflüssen des Jugendstils und des Expressionismus.

 

#0099FFDas Oberhausener Polizeipräsidium liegt am Friedensplatz in unmittelbarer Nähe des Gerichts.

 

Schöne Bögen ...

... und interessante Details.

 

Das Grün des Friedensplatzes lässt das Gebäude besonders gut zur Geltung kommen.

 

Eine beeindruckende Fassade zieht sich den gesamten Friedensplatz entlang.

 

Eine Gedenktafel an Wilhelm Weyer, den ersten Oberhausener Polizeipräsidenten.

 

Auf zwei Etagen befinden sich im Polizeipräsidium Zellen, in denen mutmaßliche Straftäter kurzfristig inhaftiert werden können.

 

Eine Zelle von innen: Liegestätte und Toilette müssen für maximal 48 Stunden ausreichen.

 

Der Schießstand bietet neben den Pappkameraden auch die Möglichkeit, nachgespielte Szenen per Videoübertragung auf eine Schieß-Leinwand zu projizieren.

Besten Dank an die Pressestelle der Oberhausener Polizei für die Fotografier-Genehmigung.

Weitere Informationen zum Thema "Städtebauliche Entwicklung":

In den 20er Jahren prägte Oberbürgermeister Otto Havenstein die weitere Entwicklung Oberhausens wie kein anderer. Er war es, der gemeinsam mit dem Direktor der Gutehoffnungshütte Dr. Paul Reusch durchsetzte, dass Oberhausen mit Osterfeld und Sterkrade zu einer Stadt Groß-Oberhausen oder Neu-Oberhausen wurde. Die Gutehoffnungshütte hatte damals ein sehr lebhaftes Interesse an diesem Zusammenschluss. Denn sie befand sich genau im Zentrum der drei bis dahin eigenständigen Städte Oberhausen, Sterkrade und Osterfeld. Havenstein und seine Mitstreiter verhinderten, dass Oberhausen zu Mülheim eingemeindet wurde, dass Sterkrade Duisburg zugeordnet wurde und dass Osterfeld ein Teil von Bottrop wurde. Damit setzte Havenstein den Grundstein für alle darauffolgenden Entwicklungen der Stadt Oberhausen. Otto Havenstein hat aber nicht nur in Zusammenhang mit der Gebietsreform Visionen Realität werden lassen. Er hat auch die städtebauliche Entwicklung Oberhausens entscheidend geprägt. Denn zwischen Helmholtzstraße und Bahnhof lag in den 20er Jahren eine große Industriebrache. Diese Brache war entstanden, nachdem dort die Styrumer Eisenindustrie in Konkurs gegangen war. Havenstein hatte eine Vision, die er konsequent verfolgte: Auf der Industriebrache wollte er ein großstädtisches Dienstleistungszentrum mit regionaler Strahlkraft errichten. In einer Zeit der wirtschaftlichen Depression hatte er folgende Strategie: Öffentliche Investitionen sollten private Folgeinvestitionen in Gang setzen. Zur Umsetzung seines Plans musste er zunächst viel Überzeugungsarbeit leisten, denn um die Finanzen der Stadt war es auch damals nicht gut bestellt. Havenstein verpflichtete den bekannten Stadtbaumeister Ludwig Freitag. Als Bauhausschüler vertrat dieser einen modernen Architekturstil. Havenstein gab ihm politische Rückendeckung und volle Unterstützung für seine Arbeit. Denn es war Teil von Havensteins Strategie, auf der Industriebrache erstklassige moderne Architektur entstehen zu lassen. Mit öffentlichen Investitionen entstanden der Friedensplatz mit dem Polizeipräsidium und der damaligen Reichsbank. Das alte Arbeitsamt wurde gebaut. Der Rathausneubau an der Schwartzstraße wurde begonnen. Der Neubau des Hauptbahnhofs wurde bei der Reichsbahn durchgesetzt. Zu den privaten Folgeinvestitionen gehörte das damalige Warenhaus Tietz, das heutige Bert-Brecht-Haus. Viele weitere folgten.

 

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